Hundewiese & So.

Einen Zahn muss ich an dieser Stelle wohl vielen Hundehaltern ziehen - nämlich, daß ihre Hunde auf der Hundewiese oft nicht spielen. Fremde Hunde oder erwachsene Hunde spielen nur sehr selten miteinander, sondern sie klären ihre Position, es ist also ein Kräftemessen, ein hundesprachliches Gespräch. In meinem Verständnis bedeutet das jedes mal Stress - und zwar keinen positiven Stress - für den Hund.


Auf der Hundewiese wird unkontrolliert und wild durcheinander gerannt. Es wird gejagt, gerempelt, gepöbelt und gemoppt.


Ihre Halter sind der Meinung, sie würden ihrem Hund gerade das Vergnügen seines Lebens bereiten, aber weit gefehlt. Sie können oder wollen in den meisten Fällen die Körpersprache ihres Hundes nicht lesen und sehen somit gar nicht, dass er sich damit vielleicht nicht wohl fühlt. 


Also in das gut gemeinte "Spiel" gezwungen wird !

Ein gut strukturierter Alltag & ebensolche Spaziergänge mit seinem Menschen, welche die Bindung und Beziehung stärken, sind für einen Hund immens wichtig, auf solche wilden Raufereien würde der Hund "aus seiner Sicht" gern verzichten.

Auf der Hundewiese lernt der Hund eigentlich ganz viel, aber nichts Positives. Der Mensch, der ihn eigentlich beschützen sollte, Situationen "für ihn" regeln müsste, steht abseits und lässt seinen Schützling im Stich. Der Hund wird auch hier gezwungen alleine Situationen regeln zu dürfen oder besser gesagt zu müssen. Wäre es ihr Kind, würden sie das einem Kind "antun" ?

Der Hund möchte sich jemandem mit Führungskompetenz anvertrauen, sich an ihm orientieren, jemand an seiner Seite haben, der für seine Sicherheit sorgt.

Leider muss der Hund in solchen Situationen dabei seine eigenen Entscheidungen treffen, dies bemerkt er ja sehr wohl, und er wird dies dann auch in Situationen übernehmen, wo der Mensch gerne "Das Sagen" hätte, wie soll das funktionieren ? 

Aber mein Hund freut sich doch jedes mal sehr, wenn wir zur Wiese fahren ?


Er zieht wie wild zu seinen Hundekumpels, wedelt mit der Rute, und viele Interpretationen mehr werden leider als FREUDE aufgefasst.


Leider ist "seine" Aufregung nicht immer positiv, eine wedelnde Hunderute kann auch Aufregung in Form von Stress bedeuten, der Hund befindet sich in einer Erwartungshaltung für den nächsten Kampf um die Rangordnung. 


Hundekontakte sind dazu da, seinen Status zu klären, diese Stresshormone wieder im Körper abzubauen dauert ziemlich lange.


Auch unterwürfige Hunde, die sich gleich auf den Rücken schmeissen, sind nicht niedlich, denn sie versuchen so eigentlich die Situation zu deeskalieren. Auch das kann purer Stress für den Hund bedeuten, manche machen sogar unter sich vor lauter Angst, aber wer sieht das ?


Natürlich sind die Hunde so oder so nach dem Besuch auf der Hundewiese erstmal völlig kaputt und schlafen. Aber mal ehrlich brauchen wir nach stressigen Situationen nicht gerne auch mal ein bisschen mehr Erholung ?

Auch für Passanten, die an einer Hundewiese vorbei spazieren gehen wollen, kann es unschön werden, wenn ein Hund oder mehrere Hunde bellend und knurrend "nur mal hallo sagen" wollen und auf die Passanten zulaufen. Auch hier fühlen sich einige Hundehalter nicht in der Pflicht, ihre Hunde zurück zurufen.


Also ich persönlich werde meinem vierbeinigen Freund und Begleiter diesen Stress nicht antun. Ich gerate allein auf meinen entspannten Spaziergängen immer wieder auf irritierte Blicke, wenn ich wahllose Einzelhundekontakte NICHT MÖCHTE. Aber das hat genau denselben Grund, weshalb soll mein Hund (s)einen Rang klären mit einem fremden Hund, den er wohl nie mehr wieder sieht ? Welchen Sinn sollte das machen ? ich meine natürlich aus Sicht des Hundes.


Ich suche mir ehrlich gesagt meine Freunde auch aus, drum sucht euch doch lieber ein paar ausgesuchte Hundekumpels, mit denen ihr erstmal einen strukturierten Spaziergang macht und euch gegenseitig kennen lernt und zwar kontrolliert (also unter der menschlichen Beobachtung). So erfahren eure Hunde, daß ihr für sie alles regelt und ihnen Sicherheit gebt.


So können sie später vielleicht auch mit euch den Freilauf gemeinsam genießen.

Es gibt kein "die regeln das unter sich"

oder

das dient zur Sozialisierung


Sowas funktioniert NUR im eigenen Rudel !

Auch Welpen haben dort nichts zu suchen. Ihre Halter sind oft der Meinung, dass ihr Welpe das doch lernen muss, das gehöre zur Sozialisierung.


Ich sage Dir ehrlich, wenn er das bei seinen Wurfgeschwistern nicht gelernt hat, dann ist eh das Kind in den Brunnen gefallen.


Wie schon beschrieben, der Hund wird eher noch traumatisiert, aber was Positives lernen tut er auf einer Hundewiese oder bei fremden Hundekontakten mit Sicherheit NICHT.


Überlässt Du die Erziehung Deiner Kinder einem Fremden

oder bleibt das in der Familie ?

Hunde brauchen Führung, kein Training

Es sind ihre Menschen, die Training brauchen

Jacqueline Kohler

Menschen-Coach für HUNDE